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RA-MICRO · ca. 2 Min. Lesezeit

RA-MICRO-Server richtig planen: Worauf Kanzleien achten sollten

Stabilität beginnt bei der richtigen Systemarchitektur. Wer einen RA-MICRO-Server erneuert, sollte weit mehr als Prozessor und Arbeitsspeicher betrachten.

Was der Server in der Kanzlei leisten muss

RA-MICRO verbindet unterschiedliche Arbeitsabläufe: Dokumente werden erstellt und verwaltet, Benutzer arbeiten parallel, Datenbanken und Dateifreigaben müssen erreichbar bleiben. Bei der Serverplanung sind daher die Anzahl der aktiven Nutzer, Speicherzugriffe, Datenbanklast und Netzwerklatenzen relevant. Eine Hardwareausstattung, die für fünf Arbeitsplätze ausreichend ist, muss nicht für dreissig gleichzeitige Benutzer passen.

Der aktuelle Herstellerleitfaden beschreibt Anforderungen an Arbeitsplätze, Fileserver, Terminalserver, Windows und SQL. Solche Angaben sollten vor jeder Neubeschaffung geprüft werden, weil freigegebene Versionen und Empfehlungen sich aendern können. Für einen veralteten Server einfach erneut dieselbe Hardware zu kaufen, ist keine langfristige Strategie.

Windows und SQL: Kompatibilität hat Vorrang

RA-MICRO setzt für seine SQL-Komponenten auf unterstützte Microsoft-SQL-Server-Varianten unter Windows. Die Herstellerdokumentation nennt ausdrücklich, dass Linux- oder Containerbereitstellungen für diese SQL-Komponente nicht unterstützt werden. Das bedeutet nicht, dass in der gesamten Kanzlei keine Linux-Dienste laufen dürfen. Es bedeutet lediglich, dass die von RA-MICRO abhängigen Produktivkomponenten in einer unterstützten Architektur betrieben werden müssen.

Auch beim Office-Einsatz ist Genauigkeit gefragt. Die Word- und Outlook-Integration kann eine lokal installierte und zur RA-MICRO-Version passende Office-Desktopanwendung benötigen. Ein reines Browser-Office sollte nicht als gleichwertiger Ersatz eingeplant werden, ohne die Herstellerfreigabe zu prüfen.

Lokal, gehostet oder virtualisiert?

Ein lokaler Kanzleiserver bietet direkte Kontrolle über das System, verursacht aber Beschaffungs-, Wartungs- und Ersatzaufwand. Ein dediziert gehosteter Server kann andere Vorteile bei Betrieb und Verfügbarkeit haben, erfordert aber eine saubere Betrachtung von Datenübertragung, Zugriff, Lizenzierung, Datenschutz und Netzwerkqualität. Virtualisierung kann Dienste sauber trennen und Wiederherstellung erleichtern, sofern die eingesetzte Plattform vom Hersteller unterstützt wird und die Leistungsanforderungen erfüllt sind.

Es gibt daher keine Architektur, die für jede Kanzlei richtig ist. Entscheidend sind Arbeitsweise, Standortzahl, Datenmenge, Ausfalltoleranz, Mandatsgeheimnisse und eine realistische Gesamtbetriebskostenrechnung.

Backup und Wiederanlauf mitplanen

Ein leistungsfähiger Server ohne getestetes Backup bleibt ein Risiko. Ein Wiederherstellungskonzept sollte Datenbanken, Dateifreigaben, Serverkonfigurationen und die Abhängigkeiten zu Clients und Authentifizierung berücksichtigen. Dokumentieren Sie, wie lange ein Ausfall dauern darf und wie viele Daten seit der letzten Sicherung im Extremfall verloren gehen dürften. Diese Zielwerte bestimmen die nötige Sicherungsarchitektur.

Typische Fehler bei Serverumstellungen

Problematisch sind unvollständige Dokumentation, fehlende Berechtigungsprüfung, ungeprüfte Office-Versionen, nicht getestete Backups und eine Umstellung direkt vor wichtigen Kanzleiterminen. Ein Pilotarbeitsplatz, abgestimmte Wartungsfenster und definierte Abnahmekriterien reduzieren Risiken deutlich.

Fazit: Ein guter RA-MICRO-Server ist nicht nur schnell, sondern kompatibel, dokumentiert, gesichert und auf die Kanzleiprozesse zugeschnitten. KanzleiCore bietet die technische Betreuung rund um diese Infrastruktur; die RA-MICRO-Softwarelizenzen werden gesondert behandelt.

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